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Wer ist Siegfried Bachmayer?
Über mich – mein Weg zwischen hörender und gehörloser Welt
Ich bin Siegfried Bachmayer, wurde 1975 geboren und lebe heute in Linz. Seit meiner Geburt begleiten mich eine leichte rechtsseitige spastische Behinderung und eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit. Diese Erfahrungen haben mein Leben geprägt – nicht als Grenze, sondern als Teil meines Weges. Sie haben mich gelehrt, genau hinzuhören, hinzusehen und Brücken zwischen unterschiedlichen Welten zu bauen.
Ich kenne sowohl die hörende als auch die gehörlose Welt – und ich weiß, wie wertvoll echte Verständigung ist. Kommunikation bedeutet für mich mehr als Worte oder Gebärden. Sie entsteht dort, wo Menschen einander wirklich wahrnehmen, einander zuhören und bereit sind, voneinander zu lernen.
Bildungsweg
Meinen Bildungsweg begann ich an der Gehörlosenschule in Salzburg und setzte ihn später an der Hauptschule in Zell am See fort. Schon damals bewegte ich mich zwischen verschiedenen Lebenswelten und lernte, meinen eigenen Weg zu suchen. Später führte mich dieser Weg in die USA – an die Gallaudet University, eine international bedeutende Universität für gehörlose und schwerhörige Menschen, und an die New York University.
Dass ich die Finanzierung meines Auslandsstudiums in Österreich erst erkämpfen musste, war eine prägende Erfahrung. Sie zeigte mir, wie wichtig es ist, für Bildung, Teilhabe und gleiche Chancen einzutreten. Nicht die Fähigkeiten von Menschen sind das Problem, sondern oft die Strukturen, die ihnen Wege erschweren.
Berufliches Wirken
Nach meiner Rückkehr nach Österreich arbeitete ich unter anderem als EDV-Trainer, freier Filmschaffender und Produzent von Videos für diverse Gehörlosenvereine und -verbände. Später studierte ich Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz. Auch dort setzte ich mich dafür ein, dass Gebärdensprachdolmetscher finanziert werden – damit Bildung nicht an fehlender Unterstützung scheitert.
Als Lektor und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen durfte ich Wissen weitergeben und Menschen auf ihrem eigenen Bildungsweg begleiten. Dabei war mir immer wichtig, persönliche Erfahrung, praktische Arbeit und wissenschaftliche Reflexion miteinander zu verbinden.
Engagement
Mein Engagement entsteht aus dem Wunsch, Teilhabe und barrierefreie Kommunikation konkret möglich zu machen. In Bildungsfragen, in der Gehörlosenlandschaft Oberösterreichs und in lokalen Anliegen setze ich mich dort ein, wo Zugänge fehlen, Stimmen überhört werden oder Menschen Unterstützung brauchen.
Auch außerhalb von Institutionen ist es mir wichtig, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Ein Beispiel dafür ist mein Einsatz für den Erhalt von Bushaltestellen in meiner ehemaligen Gemeinde Feldkirchen an der Donau. Solche Erfahrungen zeigen mir immer wieder: Veränderung beginnt oft im Kleinen – dort, wo jemand Verantwortung übernimmt und nicht wegschaut.
Wofür ich stehe
Ich stehe für Eigenständigkeit, Beharrlichkeit und für das Verbinden unterschiedlicher Welten. Mein Weg hat mir gezeigt, dass Barrieren sichtbar gemacht werden müssen, damit sich etwas verändern kann. Ich möchte dazu beitragen, Verständigung zu fördern, Teilhabe zu stärken und Menschen Mut zu machen, ihren eigenen Bildungs- und Lebensweg selbstbestimmt zu gehen.
Was mich dabei trägt, ist die Überzeugung, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen darf – auch dann, wenn dieser Weg nicht den Erwartungen anderer entspricht. Ich habe gelernt, dass aus Herausforderungen Kraft entstehen kann und dass Begegnungen dort besonders wertvoll werden, wo Menschen einander mit Offenheit, Respekt und Vertrauen begegnen.